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Schirmherr

Michael von Hassel (by Florian Walter)

Michael von Hassel

unser Schirmherr für den Fotomarathon 2013

 

Im Jahre 1978 geboren, arbeitete der Diplom-Kaufmann einige Jahre als Banker in München und London, bevor er sich ganz seiner Passion der Fotografie widmete. In seinen Arbeiten inszeniert von Hassel nichts, sondern dokumentiert vielmehr seine Gegenwart, so wie sie ihm erscheint. Mit seiner Bildsprache verbindet er Sichtbares und Unsichtbares. Er zeichnet Momente.

Neben zahlreichen Ausstellungen sind Michael von Hassels Fotografien mittlerweile Bestandteil vieler privater wie institutioneller Kunstsammlungen. 2009 hat er, gemeinsam mit den Künstlern Judith Grote, Maximilian Westphal und Florian Walter, den Preis für den besten zeitgenössischen Künstler auf der Kunstmesse Hot Art Fair in Basel gewonnen. Er hat bereits etliche Ausstellungen im In- und Ausland begeben. Der Foto-Autodidakt ist eines der jüngsten Mitglieder der renommierten Galerie für Fotokunst Camera Work in Berlin und reiht sich ein in einen handverlesenen Kreis der weltbesten Fotokünstler.

Neben der Camera Work arbeitet er mit weiteren Galerien in München, Baden-Baden, Frankfurt, Köln, St. Christoph, Bregenz, Kirchberg, Dubai und Moskau zusammen. Im Herbst 2011 enthüllte er das weltgrößte Foto in der Münchner Schrannenhalle, welches die Umbauarbeiten dokumentiert. Die Arbeit hat ein Format von fast 20 m², ist hinter echtes Glas kaschiert und in dieser Größe und Machart einzigartig. Michael von Hassel verlässt sich nicht allein auf die Digitaltechnik. Seine Lieblingskamera ist nach wie vor eine analoge, 50 Jahre alte Rollei SL66.

Seine aktuelle Ausstellung „BERLIN ONE“ hängt noch bis Ende Mai 2012 in den Räumlichkeiten der Firma Ernst & Young in Berlin. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft präsentiert die Schau in Kooperation mit Camera Work und der CNC AG. Getreu dem Titel werden beeindruckende Impressionen von Berlin in spektakulären Fotografien gezeigt, welche nicht nur die Entwicklung der ehemals geteilten Stadt zu einer Weltmetropole sichtbar werden lassen, sondern darüber hinaus die Schönheit der zusammengewachsenen Hauptstadt vor Augen führen.

Für die Ausstellung „BERLIN ONE“ fotografierte Michael von Hassel entlang des ehemaligen Mauerstreifens die historisch bedeutsamen Schnittstellen zwischen Ost und West: von symbolträchtigen Einzelmotiven, wie dem damaligen Grenzübergang Checkpoint Charlie, dem Brandenburger Tor und den Reichstag, bis hin zu atemberaubenden Panoramen. Über ein Jahr lang suchte der Fotokünstler immer wieder diese besonderen Plätze auf, beobachte akribisch die Szenerien und schuf dank moderner Fototechnik hyperrealistische Produktionen mit seiner für ihn so typisch unverkennbaren Bildsprache.

Die Motive zeugen gerade nicht nur von der Teilung der Stadt und den Narben des historischen Wandels, sondern verdeutlichen vielmehr die innere Harmonie des erfolgreichen Verschmelzens und Wandels der noch vor 23 Jahre geteilten Stadt mit ihren Menschen, ihrer einzigartigen Kultur und architektonischen Pracht. Die hyperrealistischen Fotografien beeindrucken vor allem durch ihre erstaunlichen Kontraste, die mitunter extreme Farbtonung und die nicht selten äußerst dynamische Lichtführung. Die Bilder wirken wie gemalt, manchmal sogar comic-haft und sind dabei doch so realistisch wie Fotografien, wodurch es dem Betrachter ermöglicht wird, mehr zu sehen als mit dem bloßen Auge. Das Sehen wird um Details erweitert, die zwar existieren, aber grundsätzlich nicht in dieser Intensität wahrgenommen werden können.

Michael von Hassel - Ball Toss - Munich - Germany - 2010

 

Michael von Hassel lebt und arbeitet in Berlin und München. Der Blick für das Besondere, ein Auge für das Wesentliche und eine elementare Wertschätzung des Alltags wurden für ihn, für seine Fotografie Beweggrund. „Die Welt soll aufhören, konsequent zu übersehen, worin die Schönheit des Jetzt ruht“.

Grußwort unseres Schirmherrn Michael von Hassel

Der Fotomarathon München geht in die zweite Runde und damit ist es an der Zeit, sich Gedanken zu machen. Was ist aus den ersten Plänen des Veranstalter-Teams geworden und wie hat sich dann alles entwickelt? Kurzum: es wurde ein fulminanter Erfolg auf ganzer Linie und man kann nur stolz und glücklich sein, wenn man dabei sein durfte. So ist es mir ergangen. Wenn ich ehrlich bin, am Anfang hatte ich vermutet, das würde eine Veranstaltung werden, auf der sich ein kleiner, feiner und eingeschworener Kreis an Foto-Enthusiasten versammelt und gemeinsam resp. jeder für sich auf die Suche nach einer guten Serie macht. Doch dann stand ich da am Veranstaltungstag, bei gar nicht so wirklich gutem Foto-Wetter, vor gefühlten 1.000 Menschen und hielt meine kurze Ansprache. Ich war mehr als erstaunt ob der fantastischen Resonanz. Erneut beweist sich, wer mit guter Energie ans Werk geht, fleißig arbeitet, der wird belohnt. Aber zurück zum Thema.

Da versammelten sich im Biergarten des Hofbräukellers Menschen aus allen Ecken und Enden unserer Gesellschaft: arm, reich, dick, dünn, schlau, noch schlauer, Damen und Herren usw. Aber alle hatten Freude, ja brannten regelrecht für’s fotografieren. So unterschiedlich in allem, so vereint in der einen Sache. Erstaunlich! Einige hatten kleine Vermögen in Form von Equipment dabei, andere machten mit etwas besseren Ritsch-Ratsch-Kameras ebenso gute Fotos. Auch wenn Geld eine Rolle spielt, irgendwie auch nicht. Angenehm. Aber was trieb all‘ diese unterschiedlichen Menschen in dieselbe Richtung und warum landeten alle bei der Fotografie? Tja, auf der Frage werde ich sicher sitzen bleiben. Doch hier der Versuch einer Antwort und die gilt zunächst einmal nur für mich.

Fotografie hat für mich auch gerade als Fotokünstler immer zwei Ebenen: eine individuelle und eine soziale. Bleiben wir anfangs auf der individuelle Seite. Zunächst einmal will ich das Bild für mich selbst machen. Mit einem Foto interpretiere ich einen Ausschnitt meiner eigenen Wirklichkeit und Wahrheit in diesem Zeitpunkt und Ort. Ich versuche mit einer sehr subjektiven Bildaussage Erinnerungen zu bewahren, zu idealisieren oder zu dämonisieren. Ich überzeichne und verfälsche, nicht bösartig, bewusst oder unbewusst. Aber ich tue es. So wird das Bild zu einer Form von Sprache und ist ein Teil meiner Kommunikation. Ich gestalte ein Thema oder einen Ort in der Außenwahrnehmung durch Komposition und Geometrie. Doch alles in allem bleibt natürlich die pure Dokumentation ein essentieller Bestandteil der Fotografie. Idealer Weise dokumentiere ich zunächst einmal für mich selbst. Ich mache mein Foto.

Doch kein Mensch ist eine Insel und so begibt man sich zwangsläufig in eine Öffentlichkeit. Man präsentiert seine Bilder, denn ohne die Aufführung macht das Fotografieren eigentlich kaum Sinn. Fast jeder hat heute einen Fotoblog oder zeigt zumindest seine Urlaubs- und lecker-Essen-Bilder auf Facebook. Unsere Fotos werden mit der Verbindung vom Fotografen zur Gesellschaft Zeitgeist und Teil unserer Kultur. Zeigt ein Bild einen Menschen, dann ist das Bild nicht nur Abbild einer Beziehung zwischen Fotografierendem und Fotografiertem, sondern dann z.B. in einer Ausstellung auch Zugang oder sogar Schlüssel für Begegnung. Menschen treffen sich vor dem Bild und sprechen darüber oder auch nur miteinander. Jemand macht etwas (Foto, Ausstellung) und das verändert die Welt. Menschen bewegen sich, treffen sich. Emotionen werden geweckt, gute und schlechte. Aber es passiert Veränderung und das ist das Leben. So einfach.

Ich bin der festen Überzeugung der Fotomarathon München 2013 wird erneut ein irre tolles Moment und ich kann nur Jeden und Jede dazu aufrufen, dabei zu sein. So wünsche ich allen Teilnehmern viel Erfolg und allzeit gute Motive, den Organisatoren viel Freude an der Arbeit und einfach allen zusammen eine richtig gute Zeit.

Herzlichst Ihr/Euer
Michael von Hassel”



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