Die Siegerserien 2018 – Platz 1 bis 10

Die Siegerserien 2018 – Platz 1 bis 10

Das sind die 10 Sieger des diesjährigen Münchner Fotomarathons unter dem Oberthema “Gegensätze ziehen sich an”, ausgewählt durch unsere Jury: Philip Reichwein, Simone Naumann, Nick Frank, Dorothe Willeke-Jungfermann und Flo Poschenrieder.

Folgende Themen mussten fotografisch umgesetzt werden:

  1. Ruhe & Bewegung
  2. trocken & nass
  3. Wahrheit & Illusion
  4. hell & dunkel
  5. Spaß & Langeweile
  6. hart & weich
  7. scharf & mild
  8. gut & böse
  9. gefangen & frei
  10. heiss & kalt
  11. ängstlich & mutig
  12. Pech & Glück

Platz 1 – Startnummer #63

Kommentar der Jury:

Die Serie ist schön bunt, besitzt eine wahnsinnige Stringenz.
Mit wenig Mitteln wurde jedes Thema haargenau getroffen und einfach lustig umgesetzt.
Obwohl die Serie eher plakativ ist im ersten Eindruck, ist sie von der Umsetzung her kreativ.
Die Socken sind das Hauptthema in der Umsetzung, die einzelnen Aufgaben finden sich in der Sockenkombinationen wieder und sie hat uns einfach auf Anhieb gefallen.
Der Minimalismus (wir haben hier nur Strümpfe!) trifft Witz/Humor und wird aber fotografisch gut umgesetzt.
Und außerdem sind‘s Socken, die mag eben eh jeder, vor allem Bunte.
Insgesamt ein tolles Konzept, was in jedem Bild bis zum letzten Bild durchgezogen wurde.
Eine einzigartige Idee.


Platz 2 – Startnummer #131

Kommentar der Jury:

Die Serie ist sehr lustig und farbenfroh und man hat irgendwie gleich Hunger.
Man könnte meinen, Foodporn in seiner schönsten Form und man würde sich das Ende der Bildgeschichte für sich selbst wünschen.
Das hatten wir eigentlich noch nie in einer Serie, dass vom ersten bis zum letzten Bild eine Geschichte erzählt wurde und eine richtige Entwicklung stattfindet. Die Entstehung eines Muffins!
Die Thematik der geforderten Serie wurde eingehalten und trotzdem eine eigene Geschichte erzählt. Die Serie ist technisch stringent, die Qualität stimmt hier auch absolut und es passt von vorne bis hinten.

Platz 3 – Startnummer #40

Kommentar der Jury:

Der Friedhof – es hat auf jeden Fall etwas sehr Melancholisches.
Es ist in schwarz-weiß gehalten, was dem Ganzen auch etwas Dramaturgie verleiht.
Die einzelnen Themenblöcke sind auch wieder thematisch sehr gut umgesetzt bis auf einzelne Bilder.
Gut ist, dass der Fotograf sich auf eine einzige Szenerie eingelassen hat und alle Bilder dort entstanden sind und dass aus dem Szenario nicht ausgebrochen wurde. Dies ist sehr herausfordernd aber gleichzeitig hat‘s ja auch funktioniert.
Schwarz-weiß und Hochformat wurde komplett durchgezogen, was sehr gut gefällt, die Thematiken sind insgesamt getroffen und auch erkennbar.
Eine sehr schöne Reihe die sehr viel Interpretationsspielraum übrig lässt, ein bisschen zum Nachdenken anregt, nicht nur auf eine positive Seite des Ganzen hinweist, sondern auch in einem anderen morbiderem und etwas melancholischem Ansatz umsetzt. Sie bringt eine Dynamik in diese melancholischen Bilder.
Im Querformat hätten die Bilder definitiv anders gewirkt. Es ist gut, dass diese Serie im Hochformat gemacht wurde.

Platz 4 – Startnummer #124

Kommentar der Jury:

Die Jury musste über Einzelbilder sehr schmunzeln, z.B. bei dem ersten Bild, in welchem durch die Ballons die Startnummer gezeigt wird. Zunächst die Frage: „wo ist hier denn bitte die Startnummer?“. Ein witziger Moment, bis die Jury erfasste, dass es die Ballons sind. Das erste Bild macht als Eyecatcher die Serie aus.
Man hat bei einigen Bildern diese Gelbanteile, auch das ist ins Auge gestochen.
Das letzte Bild, wer kennt die Situation nicht, also sehr passend.
Die Serie komplett im Querformat – ohne denen einen Ausreißer – wäre wünschenswert gewesen.
Wäre das Konzept „gelb“ durch die ganze Serie gezogen worden, hätte man mehr rausholen können.
Trotzdem eine sehr gelungene Reihe, die Qualität der Fotografie ist hier auf einem sehr guten Niveau. Technisch sehr sauber, Themen gut umgesetzt.

Platz 5 – Startnummer #74

Kommentar der Jury:

Diese Serie folgt einem komplett anderen Ansatz, weil man sich mehr im Microkosmos bewegt.
Man sieht eher Texturen (Patterns), Anordnung von Formen/Farben/Flächen, die das Ganze sehr interessant machen und trotzdem ein Gesamtkonzept ergeben, das schlüssig und verständlich ist.
Besonders gut hat der Jury auch das Bild „heiß und kalt“ gefallen, weil hier mal nicht mit Gegenständen gearbeitet wurde, sondern mit Komplementärfarben. Mit Blau, welches eine eher kalte Farbe ist und mit Rot, was für das Warme „heiß“ steht.
Im Gegensatz zu anderen Serien, wo sehr dreidimensional gearbeitet wurde, ist hier zweidimensional vorgegangen worden, was auch von den Ebenen sehr abhängig macht und mit welchen Strukturen gearbeitet wurde. Dies erfordert sehr viel Konzentration.
Es gefällt, dass nicht subtil ins Gesicht geknallt wurde – man muss drüber nachdenken. Es ist auch nicht so leicht Komplexität in einer etwas sehr einfachen Darstellung zu finden. Dies gelingt hier ganz gut.
Viele fotografieren ein ganzes Setting/Szenario, wo wahnsinnig viel passiert und hier hat man sich auf einen sehr kleinen Teilbereich eingelassen und versucht das Thema darzustellen und das funktioniert gut.
Definitiv eine sehr sehenswerte Serie.

Platz 6 – Startnummer #3

Kommentar der Jury:

Die Serie ist optisch auf dem ersten Blick als Serie zu sehen, zum Einen anhand des Formats, zum Andern durch die Umsetzung in schwarz-weiß.
Man sieht auch eine gleichmäßige Bildsprache.
Von den Themen wurden fast alle umgesetzt und sind sichtbar – manche etwas plakativ.
Witzig ist z.B. die Umsetzung mit dem Smartphone und den Büchern.
Kleiner Verbesserungstipp und gleichzeitig „Meckern“ auf hohem Niveau: Mehr Gradlinigkeit, viele der Bilder kippen, sind von der Anordnung her vertikal.
Ansonsten ist alles erfüllt.
Enthalten sind in jedem Fall Bewegung und verschiedene Elemente und trotzdem geht’s wieder einher mit dem Ganzen und zieht sich sehr schön durch.
Beim letzten Bild „Glück und Pech“ denkt man sich „schade…blöd gelaufen!“.

Platz 7 – Startnummer #66

Kommentar der Jury:

Diese Serie enthält sehr viele verschiedene Elemente in den einzelnen Bildern und im Bild-Stil.
Trotzdem erzählen einzelne Motive immer wieder eine eigene Geschichte zum jeweiligen Thema.
Besonders witzig die Umsetzung von „scharf und mild“.
Interessant ist, dass die Fotografin andere Bildelemente benutzt, sich einer Fremddarstellung bedient und als Gestaltungsmerkmal einer eigenen Bildgestaltung unterworfen hat. Dies ist sehr interessant.

 

Platz 8 – Startnummer #151

Kommentar der Jury:

Vom ersten bis zum letzten Bild ist auf alle Fälle die Bewegung als komplette Dynamik enthalten.
Langzeitbelichtungen, die sich als Schlieren durchs Bild ziehen.
Die Themen untereinander sind schön behandelt. Beim ein oder anderen Bild muss man etwas länger überlegen und würde gerne den Autor fragen „was hast du dir dabei gedacht?“ (im positiven Sinne!).
Es macht Spaß, sich alles noch ein zweites Mal anzuschauen und zu hinterfragen.
Schöne Darstellung anhand schwarz-weiß neben einheitlicher Bildsprache
Das Oberthema der Bewegung ist in jedes Unterthema eingearbeitet.

Platz 9 – Startnummer #13

Kommentar der Jury:

Schön ist hier, dass es sehr „szenarisch“ ist und man viel in den Bildern entdecken kann.
Es gibt immer viel zu gucken, auch beim zweiten oder dritten Mal. Das macht so ein bisschen die Bilder aus.
Die Umsetzungen sind alle sehr weitläufig und lassen sehr viel Interpretationsspielraum übrig.
Der schwarz-weiß-Kontrast trägt dazu bei, dass man sich an den einzelnen Formen orientiert und dadurch auch so ein bisschen in die Suchbildthematik reinfällt und sich länger mit den Bildern auseinandersetzt.
Die Nutzung des Weitwinkels unterstreicht das Ganze. Zum einen wird so viel gezeigt und man kann dabei trotzdem immer wieder auf den eigenen Fokus achten.
Es sind keine langweiligen Bilder, jedes Bild erzählt eine Geschichte.

Platz 10 – Startnummer #29

Kommentar der Jury:

Einzelne Bilder stechen sehr heraus, die eine sehr grafische und eindeutige Bildsprache haben mit einigen Elementen, die untergemischt werden.
Die Bildsprache ist durchmischt, trifft aber die Themen sehr gut.
Die einzelnen Bilder heben die Serie nochmal hervor und auch der ein oder andere „Schmunzler“ ist dabei.
Vor allem durch die etwas andere Herangehensweise bei der Umsetzung von „scharf und mild“. Diese ist sehr ansprechend.
Kleiner Tipp: Mehr Stringenz hätte der Serie eine höhere Platzierung verliehen.

Ein paar Worte zum Schluss:

Es gab beim diesjährigen Fotomarathon München dieses „out of the box-Denken“ und auch mal anders an das Thema heranzugehen.
Um sich hervorzuheben, was einem Vorteile verschaffen kann, ganz klar.
Was auch Spaß macht, das Ganze aus einem anderen Blickwinkel zu sehen.
Positiv ist zu bewerten, dass sich viele Teilnehmer durch die Stadt bewegen und suchen „wo kann ich die Elemente umsetzen“, dies wertet die Umsetzung auf.
Am Biertisch zu sitzen und Gläser hin und her zu schieben kann originell sein, muss aber nicht.
Und was man auch abschließend erwähnen kann ist: am Veranstaltungstag war nicht das allerbeste Wetter, dementsprechend konnte man weniger mit Licht malen bzw. damit spielen, höchstens mit Elementen. Dies haben sehr viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer dennoch sehr gut hinbekommen.